Neue Studie bietet eine neue Perspektive auf die Sommerzeit und den Energieverbrauch von Gebäuden

Aufgrund eines sich erwärmenden Klimas dürfte die Menge an Kühlenergie in Zukunft weiter zunehmen und einen großen Einfluss auf die Energiebilanz von Gebäuden haben. Bild: Adobe Stock

(IN KÜRZE) Forscher der Empa haben in einer Studie untersucht, wie sich die Sommerzeit auf den Heiz- und Kühlenergiebedarf von Bürogebäuden auswirkt. Die Studie legt nahe, dass die Zeitumstellung zu Energieeinsparungen in Büros führen könnte, da die Mitarbeiter am Nachmittag früher gehen, was zu einem geringeren Kühlbedarf führt. Die Forscher verwendeten Simulationen auf der Grundlage von Daten aus Bürogebäuden in 15 US-Städten und betrachteten zukünftige Klimaszenarien bis 2050. Die Studie bietet eine neue Perspektive auf das oft diskutierte Thema Sommerzeit mit Auswirkungen auf den Energieverbrauch in Gebäuden.

(PRESSEMITTEILUNG) DÜBENDORF, 21-Mar-2023 — /EuropaWire/ —  Empa, Das Schweizer Forschungsinstitut für angewandte Materialwissenschaften und -technologie gibt bekannt, dass seine Forscher eine Studie durchgeführt haben, die darauf hindeutet, dass die Sommerzeit eine entscheidende Rolle für den Heiz- und Kühlenergiebedarf von Bürogebäuden spielen könnte und dass ihre Abschaffung erhebliche Auswirkungen haben könnte . Die Ergebnisse der Studie resultieren aus Simulationen auf Basis von Daten verschiedener Bürogebäude in 15 US-Städten und berücksichtigen zukünftige Klimaszenarien bis zum Jahr 2050.

Die Forscher stellten die Hypothese auf, dass Mitarbeiter im Sommer aufgrund der Zeitumstellung eine Stunde früher mit der Arbeit beginnen und somit das Büro am Nachmittag früher verlassen, was Energie sparen könnte, da die meiste Abkühlung später am Nachmittag erfolgt. Um ihre Hypothese zu testen, analysierten sie den Heiz- und Kühlenergieverbrauch mit und ohne Sommerzeit für verschiedene Klimaregionen.

„Das war die ursprüngliche Absicht hinter der Einführung der Sommerzeit. Aus unserer Sicht ist es jedoch sinnvoll, nicht nur die Auswirkungen auf die Stromeinsparung bei der Beleuchtung zu betrachten, sondern auf den gesamten Energieverbrauch eines Gebäudes“, erklärt < stark>Sven Eggimann. Zusammen mit seinem Kollegen Massimo Fiorentini und weiteren Kollegen am Urban Energy Systems Lab der Empa hat er deshalb ermittelt, ob und wie sich die Zeitumstellung auf den Heiz- und Kühlenergieverbrauch auswirkt.

Die Ergebnisse der Studie sind von Bedeutung, da der Klimawandel einen erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch eines Gebäudes hat. Die Studienautoren stellten zudem fest, dass der Kältebedarf der Schweiz aufgrund des Klimawandels künftig dem Wärmebedarf entsprechen könnte.

Die Ergebnisse der Studie bieten eine neue Perspektive auf die oft hitzigen Diskussionen um die Sommerzeit. Obwohl der Aspekt des Stromverbrauchs durch künstliche Beleuchtung häufig im Mittelpunkt dieser Diskussionen steht, deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass der Wegfall der Sommerzeit den Heiz- und Kühlenergiebedarf von Bürogebäuden erhöhen könnte.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie dürften die Befürworter der Sommerzeit erfreuen. „Durch die Umstellung auf Sommerzeit kann die Kühlenergie eines Bürogebäudes um bis zu knapp sechs Prozent reduziert werden. Gleichzeitig kann der Heizwärmebedarf durch den früheren Arbeitsbeginn am Morgen um bis zu 4,4 Prozent steigen im Sommer mehr Kühl- als Heizenergie benötigt wird, wirkt sich die Zeitumstellung insgesamt positiv auf die Energiebilanz eines Gebäudes aus“, fasst Massimo Fiorentini zusammen. Über die verschiedenen Klimazonen und Szenarien hinweg variierten die Gesamtenergieeinsparungen – in der Spitze bei etwa 3 Prozent –, aber sie waren überall sichtbar. Obwohl sich dieses Ergebnis nur auf Bürogebäude in den USA bezieht, liefert es auch wertvolle Erkenntnisse für die Schweiz, da die klimatischen Bedingungen für mehrere der simulierten Klimazonen vergleichbar sind.

„Unsere Studie zeigt, dass die Zeitumstellung zum Klimaschutz beitragen kann. In der Diskussion um die Abschaffung der Sommerzeit sollte die Politik daher nicht nur die Stromeinsparungen bei der künstlichen Beleuchtung, sondern auch die Auswirkungen auf die Energiebilanz von Bürogebäuden berücksichtigen ein Ganzes”, sagt Eggimann. Gleichzeitig betonen die Forscher, dass die Zeitumstellung nur eine von vielen Möglichkeiten ist, den Energieverbrauch eines Gebäudes zu beeinflussen. Auch technische Verbesserungen der Gebäude, Verhaltensänderungen und eine generelle Anpassung unserer Arbeitszeiten können zur Energieeinsparung und damit zur CO2-Reduktion beitragen – unabhängig davon, ob wir halbjährlich die Zeit umstellen oder nicht.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Die deutsche Version dieser Pressemitteilung ist eine Übersetzung der Original-Pressemitteilung, die in englischer Sprache verfasst ist, und dient nur zu Informationszwecken. Im Falle einer Abweichung ist die englische Version dieser Pressemitteilung maßgebend.

Informationen
Dr. Sven Eggimann
Urban Energy Systems
P.+41 58 765 49 94
sven.eggimann@empa.ch

Redaktion / Medienkontakt
Loris Pandiani
Communications
Tel. +41 58 765 47 03
redaktion@empa.ch

SOURCE: EMPA

MORE ON EMPA, ETC.:

Follow EuropaWire on Google News
EDITOR'S PICK:

Comments are closed.