Fraunhofer Professor Dr. Oliver Ambacher wurde auf den Innovation Days 2015 in Berlin mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis geehrt

Professor Dr. Oliver Ambacher, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF, wurde auf den Innovation Days 2015 in Berlin mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis geehrt. Damit würdigte die Beckurts-Stiftung seinen Beitrag zur Entwicklung hocheffizienter Leistungsverstärker aus dem Halbleiter Galliumnitrid für moderne Mobilfunk-Basisstationen.

MUNICH, 15-12-2015 — /EuropaWire/ — Smartphones und Tablets haben unser Kommunikationsverhalten in den letzten Jahren stark verändert: Wir sind ständig online, rufen Informationen ab und versenden Bilder und Videos rund um den Globus. Um jedoch immer größere Datenmengen drahtlos in immer kürzerer Zeit übertragen zu können, sind energieeffiziente Kommunikationstechniken gefragt, die unsere Daten über Basisstation und Richtfunk ins Anbieternetz übermitteln und wieder abrufen. Für diese enormen Daten-Kapazitäten hat Professor Dr. Oliver Ambacher, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF, in Kooperation mit industriellen Projektpartnern Leistungsverstärker auf Basis des neuartigen Halbleitermaterials Galliumnitrid (GaN) für Mobilfunk-Basisstationen entwickelt und zur Einsatzreife gebracht.

»Angesichts der weltweit steigenden Zahl der Mobilfunknutzer sind immer höhere Datenraten für den Informationsaustausch notwendig. Damit steigt das Datenvolumen stark an – parallel zu der für die Datenübermittlung benötigten Energie«, erklärte Ambacher. Mit Hilfe des modernen Halbleitermaterials Galliumnitrid lassen sich Sendeverstärker für den Mobilfunk realisieren, die wesentlich energieeffizienter und leistungsstärker sind als bisherige Technologien. Da mehr Betriebsfrequenzen möglich sind, kann neben der Reichweite auch die übertragbare Datenrate deutlich erhöht werden. »So schöpfen wir nicht nur das Potenzial des aktuellen LTE-Standards bestmöglich aus, sondern schaffen die optimalen Voraussetzungen für die Einführung der nächsten, fünften Generation (5G) des Mobilfunknetzes im Jahr 2020«, erläutert der Preisträger.

Die speziellen physikalischen Eigenschaften von GaN ermöglichen es, den Energiebedarf der Mobilfunk-Basisstationen auf ein Viertel zu reduzieren. Mit GaN-Leistungsverstärkern kann allein in Deutschland die Effizienz des Mobilfunknetzes so deutlich erhöht werden, dass sich pro Jahr 1,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen lassen. Zusätzlich sind GaN-Verstärker in hohem Maße »multibandfähig«: Dies bedeutet, dass die Basisstation auf allen verfügbaren Frequenzbändern Informationen an Mobilfunkteilnehmer senden oder von ihnen empfangen kann. GaN-Technologie ermöglicht zudem Einsparungen bei den Fertigungs- und Betriebskosten der Basisstationen. So bleiben nationale und europäische Netzbetreiber und -ausrüster wettbewerbsfähig. Das wiederum sichert und schafft Arbeitsplätze am Standort.

Für seine wegweisende wissenschaftliche Arbeit erhielt Professor Ambacher nun den mit 30.000 Euro dotierten Karl Heinz Beckurts-Preis. »Die Auszeichnung ist eine große Motivation für uns und hilft bei der Suche nach weiteren Projektpartnern. In enger Kooperation mit Unternehmen möchten wir auf Basis der bereits erzielten Erfolge die Frequenz von 2,6 auf 6 GHz sowie die Ausgangleistung der GaN-Verstärker weiter erhöhen«, berichtet Ambacher.

Karl Heinz Beckurts-Stiftung
Die Karl Heinz Beckurts-Stiftung zeichnet seit 1989 jährlich herausragende wissenschaftliche und technische Leistungen aus, die erkennbare Impulse für industrielle Innovationen in Deutschland liefern. Gegründet wurde die Stiftung 1987 in München von der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Der Preis ist benannt nach dem ehemaligen Forschungsleiter der Siemens AG, Karl Heinz Beckurts, dem die Förderung der Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein besonderes Anliegen war.

Innovation Days
Mit den Innovation Days wollen Leibniz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft dem Wissens- und Erkenntnistransfer von der Forschung in die Wirtschaft ein besonderes Gewicht geben. Damit setzen die Wissenschaftsorganisationen das Ziel im Pakt für Forschung und Innovation um, den Transfer von Forschungsergebnissen in Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken.

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© Foto HZB / M. Setzpfandt Karl Heinz Beckurts-Preisverleihung an Prof. Oliver Ambacher vom Fraunhofer IAF am 8. 12. 2015 in München: Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums Berlin Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (rechts), Prof. Ambacher (links)

© Foto HZB / M. Setzpfandt
Karl Heinz Beckurts-Preisverleihung an Prof. Oliver Ambacher vom Fraunhofer IAF am 8. 12. 2015 in München: Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums Berlin Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (rechts), Prof. Ambacher (links)

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